1840-1870

Gottesdinst am 05.06.2017

Die Ukrainische Hl. Geist Kapelle auf dem Moritzberg
ein Bericht von Schwester Doris Küster

Die Hl. Geist Kapelle wurde 1972 durch Bischof Platon Kornyljak (ukrainisch griechisch-katholischer Exarch) 1972 geweiht. Der Bischof von Hildesheim Heinrich Maria Janssen stellte diesen Raum auf Bitten des Großerzbischofs Kardinal Josef Slipij, der  Hildesheim 1969 besuchte, zur Verfügung.

Die Bilder der Ikonostase malte der Studitenmönch Bruder Christophor Kuc, der in Krefeld-Traar lebte. Den unteren Teil bildet die ehemalige Kommunionbank des St. Mauritiusstiftes. Auch das alte
Chorgestühl stand früher im Chor der Mauritiuskirche.

Die damals  ca 400 Familien zählende Gemeinde bestand vorwiegen aus Menschen, die während der Zeit des 2. Weltkrieges zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt waren und sich zunächst in Lagern gesammelt hatten. Hier fanden sie ein Stück ihrer Heimat, denn eine Rückkehr in die Ukraine für sie unmöglich war. Die Gemeinde wurde seit 1965 durch Pfarrer Nikolaus Iwanciw betreut, der mit dem Ukrainisch Orthodoxen Erzpriester Alexander Kowalsky sehr gut zusammen arbeitete. Gläubige beider Kirchen wirkten sowohl in Hildesheim, als auch in Hannover, Braunschweig, Göttingen und Goslar voller geschwisterlicher Liebe zusammen. Beide Kirchen waren  ja in der Heimat liquidiert und verfolgt.

Es bestand eine intensive Zusammenarbeit mit dem Verein St. Basilius für ostkirchliche Kontakte, der von der Diözese Hildesheim unterstützt wurde. Herr Leo Busch und andere sehr engagierten westliche Christen hatten großes Interesse über die Glaubens-Situation in der  Sowjetunion (insbesondere in der Ukraine) und wollten die Riten der Ostkirche bekannt kennenlernen. Es wurden Hl. Liturgien gefeiert, Ausstellungen gemacht, verschieden Vorträge und Pyssankykurse veranstaltet.
Man traf sich zum Pfingstfest, dem Patrozinium aus allen Gemeinden in Hildesheim und feierte gemeinsam zuerst im Restaurant Berghölzchen, später dann im Pfarrheim von St. Mauritius.

1973 bekam Pfarrer Iwanciw das Haus Bergstr, 59 als Pfarrhaus und dort beherbergten wir dann in dem 80-ger Jahren die ersten Gäste aus der Ukraine, die ihre Angehörige hier besuchen durften.

Bis zum Tode von Pfarrer Iwanciw am 6. Januar 1997 war dieses Haus ein Treffpunkt vieler Ukrainer
und interessierter Gäste. Sein Nachfolger aus der Ukraine kommend zog dann nach Hannover.

Die Mitglieder der alten Gemeinde sind nun schon fast alle verstorben. Drei über 90-jährige sind noch da.

Die Kapelle wird heute von der russisch-orthodoxen Gemeinde und einer Gemeinde aus Eriträa
genutzt. Eine Gruppe der Mauritius Gemeinde betet am Freitagabend ihre Komplet.

Die Gebete und Gesänge  aller in je ihrer eigenen Art und Vielfalt, loben den einen Gott und bitten um den Frieden.