Während der Militärparade in Kiew © Sergey Dolzhenko (dpa)
Papst Franziskus
© CTV (CTV)
Papst Franziskus © CTV (CTV)

Ukraine feiert 25 Jahre Unabhängigkeit

Die Ukraine hat mit einem Gebet für das Land und einer Militärparade den 25. Jahrestag der Unabhängigkeit von der Sowjetunion begangen. Papst Franziskus ruft erneut zum Frieden für das Land auf.

Staatspräsident Petro Poroschenko und ranghohe Vertreter der Glaubensgemeinschaften kamen am Nationalfeiertag am Mittwoch in der Hauptstadt Kiew in der Sophienkathedrale zusammen. Sie beteten nach Angaben der Präsidentenkanzlei für den ukrainischen Staat, Frieden, Wohlstand und den Schutz Gottes für die Verteidiger des Landes.

Bei der Militärparade in Kiew wurde mit einer Schweigeminute an die Opfer der Kämpfe mit prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine gedacht. Seit Beginn der Gefechte im April 2014 wurden nach Angaben Poroschenkos 2.504 ukrainische Soldaten getötet. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen kamen bislang insgesamt mehr als 9.400 Menschen ums Leben.

Klare Forderungen des Papstes

Papst Franziskus rief "alle an dem Konflikt beteiligten Parteien" und die internationalen Instanzen auf, den Konflikt zu lösen, die Geiseln freizulassen und auf die humanitäre Notlage zu antworten. Am Ende seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz versicherte er den Ukrainern, dass er für Frieden bete.

Der russissch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. beglückwünschte in einem in Moskau veröffentlichten Schreiben an Poroschenko die Ukrainer zum 25. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung. Er bedauere den Konflikt im Osten der Ukraine sehr und vertraue darauf, dass die "Friedensbemühungen" der ihm unterstehenden ukrainisch-orthodoxen Kirche zur Eintracht des Landes beitrügen. Er bete für "das Wohlergehen aller ukrainischen Bürger, das Erweichen der verbitterten Herzen und die Versöhnung der Feinde", so der Moskauer Patriarch.

An dem Gebet in der Sophienkathedrale nahmen die Oberhäupter der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats und der mit Rom verbundenen griechisch-katholischen Kirche der Ukraine, Metropolit Onufri und Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, der orthodoxe Kiewer Patriarch Filaret, Spitzenvertreter weiterer Kirchen, der Muslime und der Juden sowie Repräsentanten des Parlaments und der Regierung teil. Das Kiewer Gotteshaus untersteht keiner Kirche. Es ist ein staatliches Museum.

Geschenk der Freiheit bewahren

Großerzbischof Schewtschuk rief dazu auf, die Unabhängigkeit der Ukraine zu achten und zu erhalten. "Das Geschenk der Freiheit und der Unabhängigkeit unseres Landes ist ein Geschenk Gottes an uns alle", sagte er.

Das Parlament der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik hatte am 24. August 1991 für die Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion gestimmt. Bei einem Volksentscheid am 1. Dezember 1991 unterstützten rund 90 Prozent der Abstimmenden diesen Schritt.

(KNA)

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